Mit Herzblut Menschlichkeit leben – Interview mit Christine Fink

Auf meiner Recherchetour rund um eine wertschätzende Unternehmenskultur bin ich Christine Fink begegnet. Christine Fink hat seit 8 Jahren eine Personalvermittlung und Zeitarbeitsfirma und sie hat damit auf Kununu auffallend gute Bewertungen. Das hat mich neugierig gemacht.

Liebe Frau Fink, Sie haben tolle Bewertungen auf Kununu. Was ist Ihr Geheimnis?

Christine Fink: „Ich weiß gar nicht, was ich Ihnen erzählen soll. Es ist eigentlich ganz banal. Ich stecke mein ganzes Herzblut in das, was ich tue, und das spüren die Menschen, sowohl die Kunden als auch die Mitarbeiter.“

Anscheinend schaffen Sie es auch, dass Ihre Mitarbeiter mit der gleichen Begeisterung, dem gleichen Herzblut ihre Arbeit machen. 

Christine Fink: „Ja, vielleicht wirkt das ansteckend 😉 Ich denke, es ist das Vorleben. Ich spreche Menschen mit Ihrem Namen an. Ich bedanke mich. Ich sage das nicht nur, ich lebe es. Das ist meine Natur und das spüren die Menschen. Außerdem ist für mich die Rolle des Chefs, die eines Dienstleisters. Also bin ich sowohl gegenüber den Kunden als auch gegenüber den Mitarbeitern ein Dienstleister. Das gilt sowohl für meine internen Mitarbeiter als auch für die Mitarbeiter, die draußen beim Kunden sind.“

Wie gehen sie damit um, wenn mal etwas schiefläuft?

Christine Fink: „Ansprechen. Ansprechen und nicht die Schuld andern geben, dazu stehen und vor allem hinter meinem Team stehen. Menschen überhaupt zuhören, sie ausreden lassen, das ist oft schon ausreichend.

Außerdem lege ich Wert auf die Sprache. Sätze im Büro wie z.B.: „Äh, der schon wieder“ Das geht nicht. Das werden Sie hier nie hören. Nie! Ich habe in meinem Leben schon häufig solche und schlimmere Sprüche gehört. Und ich weiß, wie schädlich das ist. Wenn ich so etwas in meinem Unternehmen hören würde, würde ich mir jeden Mitarbeiter sofort herein zitieren. Da würde ich fragen, ob der Mitarbeiter nicht weiß, was der andere Gutes macht. Da wirkt natürlich auch wieder die Vorbildfunktion. Ich lebe das vor, was ich erwarte.”

In unregelmäßigen Abständen führe ich Gespräche mit interessanten Menschen, die einen Beitrag rund um das Thema wertschätzende Unternehmenskultur leisten können. Haben Sie Interesse, darüber informiert werden, sobald ein neues Interview oder spannender Beitrag zu diesem Themenbereich veröffentlicht wird?

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Sie haben gesagt, Sie wollten Zeitarbeit anders machen. Was haben Sie anders gemacht?

Christine Fink: „Ich bin schon 30 Jahre in der Zeitarbeitsbranche. Vor 8 Jahren habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet. Ich habe damals mit gewerblichen Mitarbeitern angefangen. Im gewerblichen Bereich geht es oft brutal zu. Mir ist der Mensch wichtig. Und meine Bewertungen zeigen das auch. Vor kurzem hat ein Mitarbeiter geschrieben: „Man wird nicht “nur als Leiharbeiter” angesehen.“ Oft höre ich, wir sind hier wie eine Familie. Das freut mich und zu dieser Familie gehören alle, die Mitarbeiter draußen beim Kunden genauso wie die Mitarbeiter hier im Büro.

Damals hieß es, das geht in dieser Branche nicht. Ich habe bewiesen, dass es geht.

Außerdem habe ich ein anderes Konzept als viele Zeitarbeitsfirmen. Bei mir gibt es keine befristeten Zeitarbeitsverträge. Wenn ich einen Mitarbeiter anstelle und sein Projekt geht zu Ende, dann suche ich etwas Neues.“

Ich arbeite gerne mit Bildern. Welche drei Bilder stehen für Ihre Unternehmenskultur?

Christine Fink: „Die Menschen kommen oft zu mir und sind verzweifelt und verärgert. Es geht ihnen nicht gut. Wenn sie wieder gehen, sollen sie wieder lachen können. Das ist mein Ziel.

Und dieses Bild steht für die Vielfalt. Wir haben im Sommer letzten Jahres eine Momentaufnahme gemacht und geschaut aus welchen Ländern unsere Mitarbeiter kommen. Es waren 35 Nationen. Das sind zum Teil Länder, von denen ich früher nie etwas gehört habe. Das ist Vielfalt und nicht nur bei den Mitarbeitern, die bei Kunden im Einsatz sind. Seit kurzem haben wir eine neue Auszubildende. Sie kommt aus dem Irak. Es ist mir wichtig, diese Vielfalt zu pflegen und jedem das Gefühl zu geben, zur Familie zu gehören.

Da gibt es Menschen, die können den Arbeitsvertrag nicht lesen. Die Auflagen für Zeitarbeitsfirmen sind sehr umfangreich. Wir brauchen ein bürokratisches Vertragsmonster. Dazu bin ich gesetzlich verpflichtet. Das versteht niemand im Detail. Ich erkläre meinen Mitarbeitern den Vertrag und sie schenken mir ihr Vertrauen.

Und das dritte sind hier die Kinder, das steht für Spaß und Kind sein. Es ist mir wichtig, das innere Kind zu erreichen und dazu gehört auch, Spaß zu haben.

Wenn das Kind im Menschen nicht stimmt, nicht angesprochen wird, dann stimmt gar nichts und das ist der Punkt, den man in Gesprächen erreichen muss.“

Pflegen Sie Rituale?

Christine Fink: „Ich sage jeden Tag „guten Morgen“ zu jedem persönlich. Und ganz wichtig ist die Dankbarkeit. Nichts ist selbstverständlich. Ich pflege ein Dankbarkeitstagebuch, dort sammle ich all die vielen kleinen und großen Themen, für die ich dankbar bin. Das schreibe ich nicht nur auf, ich sage es auch und bedanke mich.

Ein anderes Thema ist die Verantwortung. Ich gebe allen viel Freiraum und viel Verantwortung.

Gleichzeitig weiß jede Mitarbeiterin, wo sie mich erreichen kann. Eine meiner wichtigsten Fragen ist: Wie würden Sie entscheiden, wenn ich jetzt nicht erreichbar wäre?

Ich gebe nicht alles vor. Aktuell will ich neue Strukturen aufbauen. Da gebe ich nicht die Strukturen vor. Ich will von jeder wissen, wie sie es sich vorstellt.

Das Wichtigste ist vielleicht: Das Leben nicht so ernst nehmen. Jeder, der kurz vor dem Ende steht, der weiß, dass es Blödsinn ist, auch nur eine schlaflose Nacht einen negativen Gedanken zu verschwenden.

Genau deshalb habe ich meinen Kunden in diesem Jahr die Geschichte vom Roten Strümpfchen geschenkt. Viele haben mich danach angerufen oder mir geschrieben und sich dafür bedankt. Warten Sie, ich schenke sie Ihnen auch. Ich weiß nicht, woher diese Geschichte kommt, ich habe sie selbst einmal geschenkt bekommen. “

Vielen Dank, liebe Frau Fink!

Die Geschichte vom roten Strümpfchen finden Sie hier.

 

Christine Fink ist die Gründerin der gleichnamigen Personalvermittlung und Zeitarbeitsfirma. Sie hat nach langjähriger Erfahrung in der Zeitarbeit eine eigene Firma gegründet, weil sie etwas anders machen wollte. Und das ist ihr gelungen. Ihre Bewertungen auf Kununu sprechen für sich.

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2018-01-22T14:41:26+00:00 Januar 22nd, 2018|

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